thailand-tipps
reiseangebote

Tempel in Thailand

Thailand ist berühmt für seine unzähligen Tempelanlagen, die dort als Wats bezeichnet werden. Es wird geschätzt, dass es ungefähr 18.000 buddhistische Tempel in Thailand gibt, in denen rund 160.000 Mönche leben. Alleine in Bangkok existieren rund 90 Tempelanlagen.

Der Wat - Mittelpunkt des buddhistischen Lebens

Mit ein Grund, warum es so viele religiöse Bauten in Thailand gibt, ist der fromme Wunsch eines jeden Buddhisten, einmal im Leben einen Tempel zu bauen oder zumindest in einer Gemeinschaft Gleichdenkender am Bau eines solchen beteiligt zu sein. Schon Buddha sprach davon, sogenannte Utthesik Chedi zu erschaffen, was übersetzt "indikative Erinnerungsstücke und Nachbildungen" bedeutet. Gemeint sind damit beispielsweise Buddhastatuen, ein steinerner Fußabdruck des Buddha oder eine tönerne Votivtafel mit der Abbildung des Bodhi-Baumes oder dem Rad des Gesetzes (des Dharmachakra).

chiang-mai Die Theravada-Buddhisten glauben daran, dass sie damit religiöse Verdienste, sogenannte Meriten oder auch Tam bun erreichen können. Am besten können diese Verdienste erlangt werden, indem ein Buddhist mindestens einmal in seinem Leben eine Woche oder mehr in einem buddhistischen Kloster verbringt. Außerdem spenden die Thailänder jährlich durchschnittlich 460 bis 1200 Baht für die Mönche in den Wats.

Die Klassifizierung der buddhistischen Tempel in Thailand

Die unzähligen thailändischen Wats werden in drei Kategorien eingeteilt: in königliche Tempel, in Laien-Tempel (Wat Raad) und in Samnak Song. Die nur etwa 100 königlichen Tempel in Thailand werden zusätzlich in drei Unterkategorien eingeteilt, in königliche Tempel der ersten, der zweiten und der dritten Klasse. Die königlichen Tempelanlagen der ersten Klasse zeichnen sich dadurch aus, dass die Wats vom König erbaut oder renoviert wurden, oder dass sie besonders alt (mindestens 50 bis 100 Jahre) oder mit einem Chedi ausgestattet sind, einer heiligen buddhistischen Reliquie.

Die Wats der zweiten Klasse wurden von den Kindern des Königs oder von Adeligen errichtet, die einen königlichen Titel erhalten haben. Die königlichen Tempelanlagen dritter Klasse wurden von weiter entfernten Verwandten oder anderen Adeligen erbaut. Bei den Erbauern oder Stiftern der Wat Raad handelt es sich um "normale" thailändische Gläubige. In diesen Wats leben meist nur wenige Mönche, oft kaum mehr als zehn Stück. Unter dem Begriff Samnak Song werden alle weiteren buddhistischen Tempelanlagen zusammengefasst, die nicht offiziell beim Sangha (= spirituelle buddhistische Gemeinschaft) registriert sind.

Verhaltensregeln in den Tempelanlagen

Für uns Europäer ist es nicht immer leicht, sich an die Benimmregeln der Thailänder in ihren religiösen Stätten zu halten. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir sie schlicht und ergreifend nicht kennen. Deshalb ist es unerlässlich, sich vor dem Besuch eines thailändischen Tempels mit den örtlichen Gepflogenheiten und den gängigen Höflichkeitsregeln vertraut zu machen.

wat-arun Am wichtigsten ist, die Heiligtümer der Thailänder zu respektieren und sie keinesfalls zu beleidigen. Dazu gehört zum Beispiel, dass heilige Figuren (vor allem Buddhastatuen) nicht angefasst oder gar bestiegen werden. Es sollte (wie in westlichen religiösen Gebäuden) nicht laut gesprochen oder gepfiffen werden, natürlich ist dröhnende Musik aus MP3-Playern ein No-Go. Wer Fotos machen will, sollte vorher einen Mönch um Erlaubnis fragen.

Die Einhaltung einer strengen Kleiderordnung in den Tempeln ist ein absolutes Muss. So sollten beispielsweise keine kurzen Hosen getragen werden. Auch ärmellose oder gar bauchfreie Oberbekleidung ist nicht gerne gesehen. Frauen sollten nur Röcke tragen, die bis über die Knie reichen. Außerdem ist es ihnen nicht gestattet, ohne eine ausdrückliche Einladung eine Mönchszelle zu betreten. Den Mönchen wird zudem nicht erlaubt, Frauen zu berühren. Schuhe müssen vor dem Betreten buddhistischer Tempelanlagen ausgezogen werden. Zudem dürfen Türschwellen im Tempel nicht direkt betreten werden, sie sollten mit einem großen Schritt überquert werden.

Tempel in Bangkok

Thailand ist religiös nicht homogen. Das Land ist zwar größtenteils buddhistisch geprägt, aber im Volksglauben finden sich viele Elemente des Animismus, Shivaismus und Mahayana-Buddhismus. Diese Religionen prägten das Land vor der Ankunft der Thai. Heute gehören offiziell 94 % der Bevölkerung dem Theravada-Buddhismus an. Die Tempelanlagen, die überall im Land zu finden sind, werden gerne von Touristen besucht, denn sie geben nicht nur Einblicke in eine uns fremde Kultur, sondern sie sind darüber hinaus auch überaus prächtig anzuschauen.

Aber nicht nur in großen Anlagen findet die Religiosität der Thailänder Ausdruck: Überall findet man kleinere Schreine, Geisterhäuschen, Gebets- und Verehrungsstätten, die ihren Ursprung im Volksglauben haben. Die sind in keinem Reiseführer verzeichnet und sehen im Vergleich zu den großen Tempelanlagen meist recht ärmlich aus - aber es lohnt dennoch, aufmerksam durch das Land zu gehen. Die größten Tempelanlagen, genannt Wat, sind leicht zugänglich und in den Reiseführern verzeichnet. Exemplarisch werden drei Wat in Bangkok vorgestellt.

Wat Phra Kaeo

Wörtlich übersetzt handelt es sich um den Tempel des Smaragd-Buddha, es ist die buddhistische Anlage des alten Königspalasts in Bangkok. Das Ensemble besteht aus der Kapelle des Smaragd-Buddha, genannt Phra Usobot, in der sich neben dem genannten Buddha zehn gekrönte Buddha-Statuen, der von weiteren Statuen flankierte Thron sowie hervorragende Wandgemälde befinden. Die Türen sind mit Perlmutt-Einlagen versehen und werden von Bronzelöwen bewacht.

wat-phoDie obere Terrasse der Anlage enthält die vier Hauptmonumente, Phra Si Rattana Chedi (ein goldener Reliquienschrein, der ein Fragment des Brustknochens des Buddha enthalten soll), Phra Mondop (eine kleine Bibliothek mit heiligen Schriften), Prasart Phra Thepbidorn (ein königliches Pantheon mit Statuen früherer Herrscher), zwei Gold-Chedis und vierzehn Statuen mythologischer Wesen. Die Tempelanlage ist überaus reich geschmückt, hat mehrere Nebengebäude und kann besucht werden.

Wat Benchamabophit

Befindet sich ebenfalls in Bangkok, und zwar im Dusit-Bezirk. Die Tempelanlage ist unter Touristen als Marmor-Tempel bekannt, denn die Monumente sind tatsächlich in weiten Teilen mit Marmor verkleidet. Die Anlage steht auf dem Gelände eines älteren Tempels, sie wurde in der heutigen Form zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut. Die Uposatha-Halle ist komplett mit Carrara-Marmor verkleidet, sie hat einen kreuzförmigen Grundriss und ein dreistufiges, mit chinesischen Glasziegeln gedecktes Dach. Sie beherbergt die Phra Phutthachinnarat, eine Buddha-Statue aus 2,5 t Bronze. Der Wandelgang des Tempels umgibt einen mit Marmorplatten ausgelegten Hof, in dessen Galerien und Eckpavillons Buddha-Statuen aus ganz Thailand aufgestellt sind. Die Statuen repräsentieren unterschiedliche Kunst-Stile und Epochen, es sind antike Exemplare aus Thailand und dem Ausland dabei.

Wat Phra Sri Mahathat

Ist ein sogenannter Königlicher Tempel Erster Klasse, der in Bangkok im Stadtteil Bang Khen liegt. Die Tempelanlage wurde 1941 vom damaligen Premierminister Thailands gegründet und sollte ein Mahnmal der Demokratie sein. Der Wat beherbergt Reliquien des Buddha, einen Ableger des heiligen Mahabodhi-Baumes und Erde, die von heiligen Orten in Indien dorthin gebracht wurde. Der Chedi des Tempels ist 38 m hoch und innen begehbar, in ihm befindet sich ein weiterer Chedi, der die Reliquien enthält. Der Bodhi-Baum steht auf einer runden Insel in einem kleinen See vor dem Chedi, und die Figur eines meditierenden Buddha vor dem Baum lädt zum Verweilen ein.

reiseangebote

Buchen Sie jetzt Ihre Thailand Reise

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier für mehr Informationen. Wenn Sie damit einverstanden sind, klicken Sie auf